South Armagh: Republican Heartland

Es gibt wohl keine passendere Beschreibung der früheren Situation in South Armagh als diese:

„In seinem Buch ‚Contact‘ (‚Feindberührung‘), schrieb der ehemalige britische Soldat Tony Clark, der während der Troubles einige Zeit in South Armagh stationiert war: ‚Sie (gemeint sind die IRA-Volunteers in South Armagh) sind noch viel professioneller als die Cowboys in Belfast. Sie werden nichts tun, bevor sie nicht ganz sicher sind, töten zu können. ( ... ) Diese Gegend ist ein Minenfeld, bedeckt mit in Heimarbeit gebastelten Landminen, die nur auf die Gelegenheit warten, unter einer Patrouille zu explodieren. ( ... ) Das Gesetz hat hier keine Gültigkeit. Gerichtliche Vorladungen werden ignoriert, Steuern und Rechnungen werden nicht bezahlt. Sie beziehen Arbeitslosengeld, obwohl viele von ihnen im Süden zur Arbeit gehen.‘ South Armagh wurde während der Troubles zur No Go Area für die Streitkräfte der Queen. Aus Furcht vor Landminen zog es die Armee in die Lüfte. Der Helikopter wurde zum wichtigsten Fortbewegungsmittel, auf den Bergen und Hügeln wurden zahlreiche festungsartige Beobachtungsposten errichtet. Die IRA bewegte sich hier hingegen wie ein Fisch im Wasser. Informanten hatten in South Armagh keine Chance. (…) 491 Menschen wurden während der Troubles in South Armagh getötet. 113 von ihnen waren britische Soldaten, ca. ein Viertel des Gesamtverlustes der Armee in Nordirland.“ (Auszug aus "Nordirland. Geschichte Landschaft & Touren", Hrsg. Dietrich Schulze-Marmeling, 1996)

Inzwischen hat sich auch hier die Situation seit dem Karfreitagabkommen entspannt. Die Wachtürme der britischen Armee sind weitgehend abgebaut, aber auf tieffliegende Helikopter-Patroullien verzichtet die Armee trotzdem nicht. Und ebensowenig verzichtet die nationalistische Bevölkerung darauf, ihrer Identifikation deutlichen Ausdruck zu verleihen.

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